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  • 26. Oktober 2008

    Ruhe nach dem Sturm

    Ruhe nach dem Sturm

    Die globale Finanzkrise löst auf dem Schweizer Immobilienmarkt keinen Preissturz aus.

    (Bild: Björn Allemann/Keystone)
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    Wohnen ist und bleibt wichtig. Dies ist das Fazit des neusten Immo-Barometers, einer umfassenden Analyse des Schweizer Immobilienmarkts. Die vom Beratungsunternehmen Wüest & Partner (W&P) regelmässig erhobenen qualitativen und quantitativen Daten zeigen: Eine schöne Wohnung an guter Lage gehört zu den Dingen im Leben, auf die man nicht verzichten möchte.

     Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung ist denn auch mit der Verbesserung der Wohnsituation beschäftigt: Mehr als ein Drittel aller Mieter und jeder zehnte Wohneigentümer äussert laut der Studie latente oder sogar konkrete Umzugsabsichten.

    Mehr ältere Objekte

    Dabei wird die Suche nach der neuen Wohnung oder dem neuen Haus wesentlich von der Grösse der Haushalte und vom verfügbaren finanziellen Rahmen bestimmt. Zahlenmässig die bedeutendste Gruppe sind mit 23% die Zweipersonenhaushalte in der Altersgruppe von über 40 Jahren. Hier sucht zwar nur jedes sechste Paar nach einer neuen Wohnung. Ein Drittel davon sind aber Wohneigentümer, die aus ihrem Einfamilienhaus oder ihrer Eigentumswohnung ausziehen möchten. Ein Phänomen, welches sich laut dem Immo-Monitoring 2009 von W&P auch auf die Marktsituation von Einfamilienhäusern auswirkt: «Erstmals seit langer Zeit wurden im ersten Halbjahr 2008 mehr als 4% des Bestandes an Einfamilienhäusern zum Verkauf angeboten.» Eine Zunahme, die vor allem auf die älteren Objekte im Angebot zurückzuführen ist.

    Seit rund drei Jahren werden mehr ältere als neue Einfamilienhäuser angeboten. Grund: Immer mehr Einfamilienhausbesitzer gelangen in ein Alter, in dem sie ihr Haus verkaufen möchten. Dabei handelt es sich in der Regel um grosse Objekte mit sechs und mehr Zimmern. W&P gehen davon aus, dass ein immer grösserer Teil der Nachfrage nach Einfamilienhäusern durch solche «Occasionen» abgedeckt wird: «Neu gebaut werden gegenwärtig vor allem mittelgrosse Objekte, auf die der Preisanstieg in den letzten Jahren hauptsächlich zurückzuführen ist.»

    Der Preissturz bleibt aus

    Für potenzielle Käufer eines Eigenheims stellt sich die Frage, wie sich die Preise in naher Zukunft entwickeln werden. Wirkt sich die weltweite Finanzkrise auch auf die Immobilienpreise in der Schweiz aus? Lag das Preiswachstum für Einfamilienhäuser über die letzten zwölf Monate schweizweit bei 1,6%, rechnen die Experten von W&P für das nächste Jahr mit einem leicht geringeren Wachstum von 1,2%, allerdings mit grossen regionalen Unterschieden. In einigen Teilen der Schweiz sinken die Preise für Einfamilienhäuser bereits real.

    Insgesamt ist laut Experten nicht mit grossen Preisstürzen zu rechnen. Denn im Gegensatz zu England oder den USA sind die Hauspreise in der Schweiz in den letzten Jahren nur moderat gestiegen. Gründe, die genannt werden, sind ein gut funktionierender Mietwohnungsmarkt und eine vorsichtigere Vergabe von Hypothekarkrediten. Etwas verzögert könnten sich die abschwächende Konjunktur und die Folgen der Finanzkrise sowie ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft dämpfend auf die Immobilienpreise auswirken. Zudem dürfte die Zuwanderung von hoch qualifizierten Arbeitskräften zurückgehen. «Die Preise werden sich tendenziell abkühlen. In einigen Regionen wird sich der Markt in Richtung Gleichgewicht bewegen», sagt Christian Haupt, Partner beim Immobilienunternehmen Kuoni Mueller & Partner, «weg von einem Verkäufermarkt, hin zu einem Käufermarkt.»

    Von Jutta Glanzmann

     


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