
Freitag, 03. September 2010, 01:28:29 Uhr, NZZ Online
Als einer der vier «Designer of the Future» stellt Max Lamb seine Arbeiten in Basel aus, ausserdem präsentiert dort auch die New Yorker Johnson Gallery zahlreiche Objekte des jungen Briten. Nach seinem liebsten Objekt gefragt, und gebeten, eine dazu passende Geschichte zu erzählen, zögert er nicht lange und eilt schnurstracks zum Stand der Pariser Galerie Downtown - Francois Laffanour. Er kauert sich vor ein niedriges Regal, ein Stück von Joep van Lieshout, weist auf die Ordner und Broschüren, einen weichen Lappen und eine Flasche mit Glasputzmittel, die von den Galeristen im eher unscheinbaren Möbel aufbewahrt werden. «Mit gefällt die Verbindung eines so hochpreisigen Objektes mit so alltäglichen Gegenständen,» beginnt Max Lamb, «deshalb weiss ich genau, wie ein späterer Besitzer das Stück nutzen sollte».
Max Lamb erzählt: «Hier, auf dem Bord rechts oben, gehören die Waschmittel hin, Weichspüler und Bleichmittel. Im darunterliegenden Fach befinden sich Putzlappen aus Wildleder oder Baumwolle und Bürsten. Und da der zukünftige Besitzer des Regals ein leidenschaftlicher Griller ist, verstaut er unten links sein ganzes Barbeque-Equipment und die Kohle, im Fach darüber die Kissen für die Gartenstühle. Seine Freizeit verbringt der Mensch, für den dieses van-Lieshout-Stück wie geschaffen ist, in seiner Werkstatt im Keller und bastelt an seinen Oldtimer-Sportwagen, repariert da etwas, baut dort einen Motorblock aus. Mangels geeigneter Ablageflächen wird der Motorblock kurzerhand auf dem teuren neuen Möbel deponiert. Natürlich hat der zukünftige Besitzer des van-Lieshout-Regals auch daran gedacht, eine Zeitung unterzulegen. Trotzdem beginnt das Öl vom ungenügend gereinigten Motorblock herunterzutropfen und durchnässt die Zeitung».
Bericht:
Der wilde Brite und ein Feuerwerk der Ideen