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  • 27. Juni 2008, NZZdomizil

    Keiner Form verpflichtet

    Keiner Form verpflichtet

    Atelierbesuch beim jungen Label Yuniic

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    Yuniic: Thierry Villavieja und Christina Primschitz (Bild: Marc Lendorff, huberlendorff)
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    Christina Primschitz und Thierry Villavieja haben sich privat und beruflich zusammengetan. Ihr kreatives Label Yuniic steht für frisches, unbeschwertes Design von Objekten für den Wohnalltag.

    Der tägliche Arbeitsweg der Designerin Christina Primschitz ist sehr kurz. Von der Küche bis zu ihrem Schreibtisch legt sie keine dreissig Schritte zurück. Sie lebt vor, was Trends schon seit einiger Zeit voraussagen: Wohnen und Arbeiten werden viel enger miteinander verknüpft als wir es bis anhin kennen. Noch gehen allerdings nur wenige das Risiko ein, tatsächlich die Wohnung und das Atelier zusammenzulegen. «Wir werden immer wieder gefragt, ob das wirklich gehe», sagt Primschitz. Ihr Lebens- und Büropartner Thierry Villavieja findet, dass es erstaunlich gut gehe. Zusammen bilden die 29-jährige Primschitz und der vier Jahre ältere Villavieja das Label Yuniic, das seit 2002 in der gemeinsamen Wohnung in Zürich-Hottingen praktisches und unbeschwertes Gebrauchsdesign entwirft und gleich selber ausprobiert.

     

    Ideen entstehen auf Reisen

    Wie kommen zwei junge Menschen dazu, eine Designwerkstatt zu gründen und gleich noch zusammenzuwohnen? «Es hat sich einfach so ergeben», sagt Christina Primschitz ohne lange nachzudenken. Sie studierte in Mailand Interior Design, er bildete sich zum Metallbautechniker weiter. Noch immer arbeitet Thierry Villavieja zu 100% als Spezialist für Gebäudefassaden, darum ist es für ihn ganz praktisch, dass das Atelier nicht weit ist. «Die Ideen entstehen nicht unbedingt hier drinnen», erklärt Villavieja, «sondern oft draussen im Park, am See oder auf Reisen.» Dass Yuniic auch privat ein Paar ist, sehen beide nicht so eng. «Wir bestimmen selbst, wann wir uns über unsere Arbeit unterhalten», meint Primschitz. «Das kann jederzeit sein - oder eben gerade nicht.»

    Beim Gespräch sitzen wir im Wohnzimmer auf dem Stuhl «Lovely», einem der ersten Produkte des jungen Labels; eine bequeme Sitzschale aus Aluminium mit Kissen, getragen von dünnen, gebogenen Chromstahlbeinen. Das bis anhin erfolgreichste Stück lehnt sich aber unauffällig an eine Wand im Entrée: Das Schuhregal «Mila» ging aus einem Wettbewerb des Herstellers Mox hervor, den Yuniic für sich entscheiden konnte. Für Zürich als Standort hätten sie sich nicht entschieden, auch das habe sich so ergeben. Doch natürlich schätzen sie das erhöhte Interesse am Design in der Schweiz und besonders in Zürich. Yuniic hatte das Glück, schon früh an die grossen Schweizer Messen in Langenthal und Zürich eingeladen zu werden. Ihre frischen und unbeschwerten Möbel wurden auf diese Weise bald in den interessierten Kreisen bekannt.

     

    Formal unabhängig

    «Uns wird oft nachgesagt, dass unsere Entwürfe skandinavische Wurzeln hätten», sagt Christina Primschitz. Das liege wohl am Holz und einer bestimmten Formgebung. Doch obwohl Yuniic das skandinavische Design gut gefällt und obwohl die beiden im Februar an der Designmesse in Stockholm selbst von den Schweden für Einheimische gehalten wurden, bestehen Primschitz und Villavieja auf formale Eigenständigkeit. «Wir sind unabhängig, auch gerade weil wir nicht auf die hier üblichen Netzwerke zurückgreifen können», präzisiert Primschitz. Und Villavieja doppelt nach: «Es ist sehr angenehm, keiner noch so gearteten Schule etwas schuldig zu sein.»

    Noch kann Yuniic vom Design allein nicht leben. Drei bis vier Produkte möchten sie pro Jahr lancieren, eigentlich lieber mehr. «Man erwartet das inzwischen von uns», sagt Thierry Villavieja, «oder wir meinen, dass es von uns erwartet wird.» So bleibe man im Gespräch, und vielleicht kann sich Villavieja später doch noch voll und ganz dem Design widmen. Spätestens dann, darin sind sich beide einig, müsste ein separates Atelier gemietet werden. Denn zu zweit immer in der Wohnung leben und arbeiten geht dann doch nicht.

    www.yuniic.ch

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    . Bilderstrecke: Yuniic
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