Vanessa Hull und Silvia Radlinsky
HULL + RADLINSKY ARCHITEKTEN wurde von den ETH-Architektinnen Vanessa Hull und Silvia Radlinsky im Jahr 2007 gegründet.
«Unsere Erfahrungen im Umgang mit einer denkmalgeschützten Bausubstanz konnten wir beim Umbau des Coninx Museums in Zürich einsetzen. Wir sind jedoch nicht allein auf Umbauten spezialisiert, sondern suchen die Herausforderung in der Auseinandersetzung mit sehr verschiedenen architektonischen Aufgabenstellungen.»
Was sind die Entwicklungen in der Privatliegenschafts-Architektur?
Der Bedarf nach Umwandlung und Erneuerung der bestehenden Bausubstanz ist gross. Gut proportionierte Wohnräume, wie sie in Häusern um 1900 anzutreffen sind, sind beliebt, aber fast immer sollen Küchen und Bäder umgestaltet werden, da sie heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen. Wände oder Wandteile werden entfernt, um grosszügigere Räume und neue Sichtverbindungen zu schaffen.
Welche Materialien haben Zukunft?
Im Innenausbau hält der Trend zu fugenlosen Wand- und Bodenbelägen an, was interessante Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Aber auch ein traditionelles und natürliches Material wie Holz wird noch lange ein beliebter und vielseitiger Baustoff bleiben, mit dem man experimentieren kann. Eine besonders reizvolle bautechnische Innovation ist der Dämmbeton. Er ermöglicht ein ganz neues plastisches Arbeiten mit Sichtbeton!
Technische Ausstattung im Innenausbau mit Zukunft
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Die Entwicklung von LEDs als Leuchtmittel schreitet ständig voran. Auch im Wohnungsbau werden sie vermehrt zum Einsatz kommen.
Worauf wird heute besonders geachtet? Worauf schauen Sie?
Ökologische Aspekte werden für die Bauherren immer wichtiger. Unser Ziel ist, dieses Bewusstsein zu unterstützen, ohne Abstriche bei der Qualität der Architektur zu machen.
Wie/wohin soll sich das «architektonische Erscheinungsbild» der Schweiz entwickeln? Wovon brauchts mehr, wovon weniger?
Das Schlagwort der Zersiedelung ist inzwischen in aller Munde, da es ein grosses Problem für die Schweizer Landschaft darstellt. Die Städte werden wachsen und sich verdichten: Es sollten deshalb mehr architektonisch hochwertige Stadtwohnungen zu fairen Preisen gebaut werden. Das fördert eine gute soziale Durchmischung der Bevölkerung in den Quartieren.
Wenn Sie etwas nach Ihrem Wunsch bauen könnten, das Budget wäre egal, Grösse, Material und Zweck auch: Was wäre es, für wen, wo und wie?
Zürich ist eine Stadt mit dem seltenen Privileg von zwei Flüssen: Die Sihl ist aber immer noch der unscheinbarere von beiden. Eine Neugestaltung der Sihlufer vom Platzspitz bis zur Brunau wäre eine reizvolle Aufgabe, die städtebaulich einen grossen Mehrwert schaffen würde.
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