
Freitag, 03. September 2010, 01:32:45 Uhr, NZZ Online
Die Papierleuchte «Moonjelly» von Anja Eder und Michael Römer
lb
Sind es die zarten Lamellen eines Pilzes, über die man mit dem Finger streifen möchte? Ist es eine Qualle, die sich kaum merklich bewegt? Oder ein stiller Trabant, der uns durch den Tag begleitet? Ein Mischwesen haben die beiden Grafikdesigner Anja Eder und Michael Römer mit der Pendelleuchte «Moonjelly» – abgeleitet von der englischen Bezeichnung für die Ohrenqualle, «Moon Jellyfish», zu Deutsch wortwörtlich «Mondqualle» – in die Welt gesetzt.
Einem Mond gleicht die höhenverstellbare Leuchte dank ihrer unprätentiösen Erscheinung und dem warmen Licht, das zwischen den papiernen Lamellen und durch die kreisrunde Öffnung auf der Unterseite austritt. An etwas Organisches, Atmendes lässt sie denken, wenn ein Luftzug durch den Raum geht und die Lamellen sanft schwingen lässt. Aber auch, wenn das Tageslicht auf die Leuchte trifft und damit deren Farbqualität und Plastizität verändert.
«Moonjelly» ist das erste Produkt, das Anja Eder und Michael Römer unter dem gemeinsam gegründeten Label «Limpalux» lancieren. Dass es nicht ihr erster Entwurf aus Papier ist, sieht man ihm an. Vorläufer der Leuchte sind zahlreiche Papierobjekte, die Anja Eder in den vergangenen zehn Jahren vornehmlich für den Kunstkontext entwarf. Anfänglich mit herausgelösten Buchseiten, später mit Lamellen in verschiedenen Formen und Farben variierte sie das Prinzip der Reihung. Mit «Moonjelly» finden die Erfahrungen aus diesen Experimenten nun in einem Produkt zusammen. Dass Eder und Römer damit gleich etliche Preise, darunter den begehrten Red Dot Design Award (2009), gewannen, erstaunt nicht: Den beiden ist ein Entwurf gelungen, der auf ungewöhnlich sinnliche Weise mit den Materialeigenschaften von Papier spielt.
«Moonjelly» ist in der Schweiz über www.limpalux.de erhältlich.