
Freitag, 12. März 2010, 17:50:25 Uhr, NZZ Online
Jungdesigner entwerfen Arbeitstische
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Robin Grasby möchte es jedem recht machen. Mehr noch. Er möchte jeden beglücken. Dass ihm dies gelingen wird, ist gut möglich. Denn Grasby hat an jeden gedacht, als er den Arbeitstisch «Homework» entwarf, mit dem er im Juni an der Northumbria University sein Studium in Möbel- und Produktdesign abschloss. An den Ordnungsfanatiker genauso wie an den Chaoten, an den Geschichtsstudent kurz vor dem Liz, der vor lauter Büchern auf seinem Arbeitstisch nicht weiss, wo er die Kaffeetasse absetzen soll. An die Produktdesignerin, die am Computer zeichnet, Schneidematte und Cutter aber immer griffbereit haben möchte. Oder an den Kalligraphen, der sich eine leicht geneigte Arbeitsfläche wünscht.
Das Grundprinzip von Homework besteht zum einen in der Möglichkeit der freien Kombination verschiedener Oberflächen und Ablagemöglichkeiten, zum anderen in der Unterteilung des Tisches in zwei Bereiche. Der vordere dient als Arbeitsfläche, der hintere als Stauraum. Für beide Bereiche entwarf Grasby Verschiedenes zur Auswahl. Für den vorderen Bereich etwa einen Massstab, der über die ganze Tischlänge verläuft, eine Halterung für den Monitor, eine eingelassene Schneidematte oder ein Magnetbrett. Im hinteren Bereich sind es ein Stahlrahmen als durchgehende Bücherstütze, Aufbewahrungseinheiten für Kabel und verschiedenen Kleinkram oder Halterungen für Schreibsachen. Unter dem Tisch setzen sich die Kombinationsmöglichkeiten mit einer Schublade oder Hängemappen fort.
Ebenfalls zweigeteilt ist das «Children Desk» des Lausanner Kollektivs Lifegoods. Unter diesem Namen haben sich Olivier Burgisser, Sophie Depéry und Singal Moesch nach ihrem Abschluss an der ECAL vor knapp fünf Jahren zusammengetan. Das Besondere des «Kinderpults» ist, dass es einen problemlos von den ersten Sätzen in Schnürchenschrift bis in die Hochschulzeit begleiten kann, da der vordere Teil der Tischplatte höhenverstellbar ist.
Von ihren eigenen Bedürfnissen sind Jonas Stokke und Øystein Austad ausgegangen, als sie – noch in der Studienzeit – den «Red Table» entwarfen. Der Tisch ist für Leute gemacht, die gemeinsam an Projekten arbeiten – vier Tischbeine kommen da nur in den Weg. Stokke und Austad liessen zwei davon weg, getragen wird die Tischplatte einzig von einem Sockel, der zugleich Stauraum ist.