Donnerstag, 17. Mai 2012, 23:50:22 Uhr, NZZ Online
Schön gemütlich
rkw
1993 stand auf dem Hafjelltoppen: Nichts. Ein Jahr später, 1994, stand dort: Ein ganzes Dorf, bestehend aus mehr als 70 verschieden grossen Holzhäusern. Errichtet wurde es, um die Presseleute unterzubrigen, welche die Olympischen Winterspiele im nahen Lillehammer verfolgten. Eine Retortensiedlung, aber eine hübsche. Deshalb hatte die Gemeinde auch keine Mühe, die im traditionellen norwegischen Stil gebauten Häuser als Feriendomizile zu vermieten oder zu verkaufen.
Lene und Per Erik, ein Paar aus Oslo, erwarb eines der grösseren Häuser. Ein zweigeschossiges Gebäude, das sie renovierten und als Feriendomizil für sich und ihre Zwillingstöchter herrichteten. Dabei hatten sie die Auflagen der Gemeinde zu beachten, hatten sich zu bemühen, den Bautraditionen der Gegend treu zu bleiben und vor allem einheimische Materialien für den Innenausbau zu verwenden. Beim Einrichten hatte Lene das Sagen: Sie erzählt: «Ich wollte ein Ambiente schaffen, in dem sich verschiedene Generationen wohlfühlen». Die Mitvierzigerin ist geschickt in Handwerksdingen und hat ein gutes Auge für das was geht, und das, was nicht geht. Sie hat Antiquitäten und Flohmarktfundstücke kombiniert, Ikea-Teile mit Selbstgezimmertem gepaart und so unterschiedliche Materialien wie Holz und Plexiglas nebeneinandergestellt. «Mein Ziel scheine ich erreicht zu haben», lacht Lene: «Zumindest fühlen sich meine Eltern und Schwiegereltern hier genauso wohl wie Per Erik und unsere beiden Töchter»!